Woran Du erkennst, ob Du bereits über einen Schießstil verfügst

Ein guter Schießstil ist wichtig!

Bild zeigt Schützen mit ihrem Schießstil auf der DM 2014 in ZevenSo sagt man. Und dann wird aufgelistet, was alles zu einem guten Schießstil gehört.

Meist kommt dann eine Reihe von Punkten, die es abzuarbeiten gilt wie

  • Stand
  • Anker
  • Atmung
  • Griff
  • Bogenschulter

und so weiter. Das ist zwar alles richtig. Aber hat das wirklich mit Schießstil zu tun? Für mich sind das eher Stationen aus dem Schussablauf.

Was ist Stil?

Stil meint per Definition Wiedererkennbarkeit. Das kann bei Kleidung, Kunst oder Literatur der Fall sein. Und ja, in diesem Zusammenhang kann man sicher auch die Haltung und den Schussablauf eines Schützen als Stil bezeichnen.

Zeigt ein Bogenschützen Icon mit Stempel auf dem Stilkontrolle stehtDiese Sichtweise ist mir jedoch zu subjektiv, zu sehr mit Attributen wie zum Beispiel „schön“ behaftet. Das ist selbstverständlich nichts negatives, denn wer würde nicht gerne hören, dass er einen „schönen“ Schießstil hat.

Aber Schönheit ist nicht messbar und für einen selbst auch nicht ohne weiteres erkennbar.

Und darum geht es mir in diesem Artikel vorrangig. Ich hätte gerne etwas messbares.

Denn persönlich ist mir im Bogensport meine Weiterentwicklung wichtig. Mit anderen Worten: ich will besser werden, mehr Ringe schießen. Wie Du wahrscheinlich auch, habe ich Tage, an denen ich einfach nur Pfeile fliegen lassen will. Just for fun und ohne auf die Technik zu achten.

Aber übergeordnet geht es mir schon darum, die Grenzen meiner Leistung immer weiter nach oben zu verschieben.

Was hat das mit Schießstil zu tun?

Ganz einfach. Um voran zu kommen muss ich trainieren und auch tunen. Trainieren, damit ich besser werde und tunen, damit mich mein Material nicht limitieren kann.

Viele Trainings- und Tuningmaßnahmen funktionieren aber nur mit einem konstanten Schießstil. Und da haben wir es!

Es geht um Konstanz

Und das Ergebnis von Konstanz im Schießsport kann man messen. Oder zumindest selbst beurteilen. Wenn Du etwas konstant machst, erhältst Du auch konstante Ergebnisse. Und je besser Du das machst, desto besser werden die Ergebnisse sein.

Jetzt geht es also nur noch darum, woran man wenigstens annähernd festmachen kann, ab wann diese Konstanz vorhanden ist. Und dafür gibt es ein paar sehr gute Idikatoren, nämlich:

4 Punkte, an denen Du erkennst, ob Du schon einen eigenen Schißstil hast

1. Die Ringzahlen

Letztlich geht es beim Schießen um die Anzahl der erreichten Ringe. Draußen sind das mit 2×36 Pfeilen maximal mögliche 720 Ringe. In der Halle sind es bei 2×30 Pfeilen maximal 600 erreichbare Ringe.

In aller Regel kann man schon von einem soliden Stil sprechen, wenn draußen um die 640 und drin 520 Ringe geschossen werden.

Warum? Weil diese Ringzahlen bedeuten, dass Du Dich überwiegend im Gold aufhältst und die Achten nur noch Ausreißer sind. Dazu passt auch der nächste Punkt.

2. Die Eingrenzung der einzelnen Schüsse auf einen bestimmten Wert

Anfänglich wird die Streuung natürlich relativ groß und so manches M dabei sein. Aber irgendwann werden die Gruppen enger und eine niedrige Zahl nach der anderen eliminiert.

Interessant wird es, wenn man in der Neun angekommen ist, die Achten nur noch Ausreißer sind und eine gelegentliche Sieben schon als Fehlschuss gewertet wird.

3. Konstante Ergebnisse

Es kommt auch darauf an, eine bestimmte Leistung permanent abrufen zu können. 650 Ringe, die nur durch wenige, sehr gute Passen zustande kommen, sind nicht konstant. Ebenso sollte eine Zufallszehn keine reguläre Sechs ausgleichen müssen.

Ganz wichtig ist, dass die Ergebnisse nicht großartig voneinander abweichen. Wenn Du beispielsweise zwei Leistungskontrollen im Monat durchführst, dann sollte das Ergebnis nicht mehr als fünf Ringe nach unten oder oben variieren.

4. Schüsse beurteilen können

Man muss den Unterschied zwischen einem guten und schlechten Schuss (er)kennen. Oder anders ausgedrückt, man lässt sich vom Ergebnis auf der Scheibe nicht mehr überraschen.

Wenn der Pfeil auf der Scheibe landet, weiß man nach einer Weile, ob es ein guter Schuss war oder ein schlechter. Das kann man nicht lernen, das muss man fühlen. Aber wenn es soweit ist, weiß man es sofort.

Es sind also neben den messbaren Ringzahlen auch die „weichen“ Faktoren, wie das Gefühl während eines Schusses, die eine Rolle spielen.

Fazit

Wenn diese vier Punkte auf Dich zutreffen, hast Du einen Schießstil, auf dem Du aufbauen kanst. Ab hier machen sich einzelne Trainings- und Tuningmaßnahmen dann erst so richtig bemerkbar.

 

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2 Kommentare

  • Vielleicht solltest Du Deinen Lesern auch mitteilen das man hin und wieder einen Trainer „drüberschauen“ lassen sollte, egal ob im Verein oder pivat. Denn ganz allein, und hier spreche ich aus Erfahrung, ist es leider nicht möglich manche Fehler zu korrigieren. Dies Deinen Lesern einzureden finde ich fast schon ein wenig fahrlässig.

    Trotzdem sind Deine Tipps gut und verständlich erklärt. Weiter so.

    Viele Grüße
    Tiemo Wolff (Lizensierter Trainer, Schwerpunkt Compound BU und FU)

  • Hallo Tiemo,

    danke für´s Feedback

    Klar, es ist immer vorteilhaft, jemanden „drüber“ schauen zu lassen. Hab ja auch nirgendwo das Gegenteil behauptet (kam das wirklich so rüber?).

    Viele Grüße zurück

    Hape

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