Die wichtigsten Werkzeuge für den Compoundbogen

Welches Werkzeug braucht man?

Du willst einen Compoundbogen aufbauen, warten oder tunen? Ohne das richtige Werkzeug geht das nicht. Dabei muss man allerdings unterscheiden zwischen absolut notwendigen Werkzeugen und solchen, die zwar die Arbeit erleichtern, auf die man aber auch verzichten kann weil man anderweitig klarkommt.

Zudem kommt es darauf an, was man alles selbst machen möchte und wo man die Grenze zieht.

Wenn Du Deine Pfeile selbst bauen willst (was dringend zu empfehlen ist), dann kommst Du um ein Befiederungsgerät nicht herum.

Schießt Du aber zum Beispiel ausschließlich Vollcarbonpfeile, dann macht ein Pfeilrichtgerät nur wenig Sinn.

Bei Werkzeugen kommt es also immer darauf an, was Du an Deinem Bogen alles machen möchtest. Ein paar Tools gibt es allerdings, die Du unbedingt in Deiner Werkzeugbox haben solltest. Und hier kommen sie:

Das sind die wichtigsten Werkzeuge für den Compoundbogen

Checker oder Bow Square

Bild zeigt einen Checker oder auch Bow Square genanntEin kleines und nützliches Tool, um den Tiller, die Standhöhe oder die Nockpunktüberhöhung zu messen. Tiller und Standhöhe lassen sich mit einem Meterstab zwar präziser bestimmen aber mit keinem anderen Werkzeug kann man den 90° Winkel des Pfeils zur Sehne komfortabler einrichten als mit einem Checker.

Das Bild zeigt eine Grainwaage auf der eine Pfeilspitze gewogen wird.Grainwaage

Manche Komponenten im Bogensport sind so leicht, dass die normale Haushaltswaage versagt. Gramm wären als Maßeinheit einfach zu ungenau.

Insbesondere beim Pfeilbau ist das sorgfältige abwiegen der einzelnen Teile unumgänglich. Eine Grainwaage muss also auf jeden Fall sein. Grainwaagen gibt es beim Bogensporthändler oder auch auf Amazon*.

Zugwaage

Das Bild zeigt eine X-Spot Zugwaage für BögenEs gibt mechanische oder digitale Zugwaagen, mit denen sich das Zuggewicht des Compounds einfach ermitteln lässt. Funktionieren tun beide, wenn es darum geht, das maximale Zuggewicht zu ermitteln.

Allerdings bietet eine digitale Zugwaage den Vorteil, dass sich grobe Auszugskurven damit erstellen lassen oder das Letoff messbar wird. Es muss übrigens nicht unbedingt eine Zugwaage aus dem Bogensport sein. Auch etwas besser ausgestattete Kofferwaagen erfüllen hervorragend ihren Zweck.

Das Bild zeigt eine handelsübliche Wasserwaage in rot mit drei LibellenWasserwaage / Libelle

Schon alleine wenn es um die Einstellung der drei Achsen am Compound Visier geht, ist eine Mini Wasserwaage oder auch nur eine Blocklibelle ein absolutes Muss!

Aber auch auf den Checker oder einen alten Pfeil geklebt, ermöglicht sie es, den Compound in einer Bogenhalterung lotrecht auszurichten. Man bekommt die kleinen Helfer für relativ kleines Geld in gut sortierten Baumärkten oder bei Amazon.

Bogenpresse

Das Bild zeigt eine mobile Bowmaster BogenpresseEine Bogenpresse ist ein unverzichtbares Werkzeug. Das einstellen des Timings, die Synchronisation, das einbauen des Peeps, ein Modul- oder Camwechsel. Das sind alles Arbeiten, die immer eine Bogenpresse erfordern.

Bei manchen Bogenmodellen kann man zwar tricksen, indem man die Cams blockiert aber zum einen funktioniert das nicht mit jedem Bogen und auch nicht für alle Arbeiten. Spätestens wenn ein Wechsel von Sehne oder Kabel ansteht, geht es nicht mehr ohne.

Es muss übrigens keine stationäre Bogenpresse für mehr als 500,- Euro sein. Auch die mobilen Versionen wie die Bowmaster für rund 70,- Euro oder Synunm (ca. 190,- Euro) tun was sie sollen. Mit der Synunm lässt sich der Compound sogar komplett entspannen.

Wer handwerklich wirklich geschickt ist und über die notwendigen Werkzeuge verfügt, kann sich seine Bogenpresse aber auch einfach selbst bauen.

Das Bild zeigt den Bohning Fletching Tower zum Pfeile befiedern von obenBefiederungsgerät

„Must have“ für den Pfeilbau. Ohne geht es wirklich nicht. Es gibt verschiedene Modelle. Entweder solche, mit denen jeweils nur eine Feder geklebt wird oder sogenannte Tower oder Mehrfachbefiederungsgeräte, mit denen sich gleich drei oder mehr Federn kleben lassen.

Funktionieren tun sie alle. Für welches man sich entscheidet, hängt von der persönlichen Vorliebe, aber auch der Anzahl der zu befiedernden Pfeile ab. Wer im Verein für andere befiedert, wird mit einem einfachen Befiederungsgerät auf Dauer wahrscheinlich wahnsinnig.

Zoll Inbusschlüssel Satz

Das Bild zeigt zwei Inbusschlüssel Sätze mit ZollmaßenViele Bauteile am Compoundbogen haben Zollmaße. Mit den üblichen Inbusschlüsseln, die man in der Werkzeugkiste rumliegen hat, kommt man da nicht weit.

Von der Einstellung des Releases bis hin zur Zuggewichtsverstellung braucht man fast immer ein zölliges Werkzeug.

Drawboard

Ein Drawboard ist ähnlich unverzichtbar wie eine Bogenpresse. Viele Einstellarbeiten wie Synchronisation oder Timing lassen sich wirklich präzise nur mit einem Drawboard erledigen.

Aber auch viele Messungen wie zum Beispiel der vertikale Abstand vom Peep zum Pfeil im Vollauszug lassen sich am komfortabelsten im Drawboard messen. Gleiches gilt für Auszugslängen oder Zuggewichtsmessungen.

Zu kaufen sind Draw Borads leider meist nur als Erweiterung von stationären Bogenpressen.

Ein Drawboard lässt sich im Gegensatz zur Bogenpresse aber glücklicherweise aus wenigen Bauteilen und ohne großes handwerkliches Geschick selbst bauen.

Maßband / Meterstab

Das Bild zeigt ein aufgerolltes Maßband mit Zoll und Zentimeter AufdruckBeide sind bestens geeignet, um die Maße des Compoundbogens so präzise wie möglich zu erfassen. Das Maßband lässt sich zum Beispiel prima auf einem Drawboard befestigen, um für jeden Bogen die Auszugslänge (auch mit und ohne D-Loop) auf einen Blick bestimmen zu können.

Mit dem Meterstab lassen sich Tillermaße oder die Standhöhe auf den halben Millimeter genau bestimmen, was mit den meisten Bow Squares aufgrund ihrer oft groben Einteilung nicht so ohne weiteres möglich ist.

Cuttermesser

Das Bild zeigt ein handelsübliches CuttermesserIn manchen Videos sieht man oft die Verwendung von teuren Messern, wenn zum Beispiel Loopschnur abgeschnitten wird. Kann man machen, wirkt aber irgendwie immer ein wenig übertrieben, wenn mit dem 300,- Euro Messer an der 3,50 Euro Schnur herum gesäbelt wird.

Ein normales Cuttermesser mit neuer Klinge für ein paar Cent tut hier genauso, wenn nicht sogar noch besser seinen Dienst.

Feuerzeug

Das Bild zeigt ein rotes und ein schwarzes FeuerzeugDazu gibt es nicht viel zu sagen. Ein handelsübliches Feuerzeug, wie man es in jedem Supermarkt bekommt, funktioniert prima, um Spitzenkleber zu erhitzen oder Schnurenden zu verschmelzen.

Manche benutzen auch einen Flambierbrenner. Der hat sogar den Vorteil, dass der Kleber nicht verrußt, wie es beim Feuerzeug ab und zu passiert.

Mit diesen Werkzeugen geht es noch besser

Bis jetzt waren alle Werkzeuge „must haves“. Kommen wir nun zur zweiten Kategorie.

Das ist die Werkzeugkategorie „nice to have“. Man braucht sie zwar nicht unbedingt, aber wie es halt so ist; es ist schön, wenn man sie hat .

Stationäre Bogenpresse

Das Bild zeigt eine stationäre BogenpresseDa lacht das Herz eines jeden Compoundschützen. Eine stationäre Bogenpresse ist sowohl vom Handling als auch von der Sicherheit her das Nonplusultra, wenn es um Tuning und Wartung des Compoundbogens geht.

Zudem presst sie die Wurfarme wesentlich schonender als eine mobile Presse, da die Kraft auf die Wurfarmenden wirkt und nicht wie bei manchen mobilen Versionen vor den Cams ansetzt.

Leider lassen sich die Hersteller dieses Privileg auch teuer bezahlen. Unter 500,- Euro ist dieser Komfort nicht zu haben. Autsch! Eventuell ist aber auch ein begabter Schweißer im Bekanntenkreis. Der sollte so eine Presse auch selbst bauen können.

Bow Vise oder Multihalter

Das Bild zeigt den Beiter Multihalter für CompoundbögenFast wäre dieses Tool in der Liste der absolut notwendigen Werkzeuge gelandet. Da man sich aber auch anders behelfen kann, ist es „nur“ ein nice to have geworden.

Es gibt mehrere Varianten. Einmal die Version, bei der die Halterung in der Stabibuchse des Compounds befestigt wird. Das ist zum Beispiel beim Beiter Multihalter der Fall.

Und dann gibt es mit der Micro Adjust Bowvise noch die Variante, bei der die Halterung an den unteren Wurfarm geklemmt wird.

Für ganz Verwegene bietet sich noch an, den Compound am Griff mit einer stabilen Einhandzwinge zu klemmen. Die Zwinge wird dann zum Beispiel in einen schwenkbaren Schraubstock gespannt. Diese Lösung funktioniert zwar prima – allerdings bleibt immer ein wenig ein ungutes Gefühl, was die Klemmwirkung der Einhandzwinge betrifft.

Das Bild zeigt eine Viper D-Loop ZangeD-Loop Zange

Man kann die Knoten eines D-Loops natürlich auch mit einer Zange festziehen, indem man sie einfach auseinander zieht. Viel angenehmer geht das aber mit einer speziellen D-Loop Zange, wie sie zum Beispiel von Viper angeboten wird.

Bild zeigt eine Sehnenwasserwaage um einen Compoundbogen auszurichtenBow String Level oder Sehnenwasserwaage

Wer seine Wasserwaage nicht manuell an die Sehne halten möchte, kann auch ein fertiges Tool benutzen. Dieses wird einfach in die Sehne eingehängt und schon hat man die Hände frei.

Ein wirklich nützliches Tool, welches bei uns in Deutschland erstaunlich wenig verbreitet ist.

Easy Third Axis Level

Von Hamskea gibt es ein Werkzeug, mit dem sich einfach und schnell die drei Achsen am Compoundvisier einstellen lassen.

Allerdings ist es mit rund 50,- Euro auch recht hochpreisig. Da sich die Einstellung ohne weiteres auch mit einer Mini Wasserwaage vornehmen lässt und im Normalfall auch nicht so oft gemacht werden muss, sollte man sich schon überlegen, ob sich die Anschaffung lohnt.

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